Baukindergeld - Bares Geld vom Staat - 20. September 2018

Das Wichtigste vorab: Das Baukindergeld kann man seit 18. September 2018 erst beantragen, wenn man schon in das neue Zuhause eingezogen ist (Stichtag für Kaufvertrag oder Baugenehmigung 1. Januar 2018 oder später)

Das Baukinder­geld ist ein staatlicher Zuschuss, den Sie nicht zurück­zahlen müssen. Der Zuschuss soll es Familien mit Kindern und Allein­erziehenden leichter machen, ein eigenes Haus oder eine Eigentums­wohnung zu finanzieren. Pro Kind erhalten Familien oder Alleinerziehende 12.000 Euro, ausgezahlt in 10 jährlichen Raten zu je 1.200 Euro. 

Voraussetzung ist, dass das Haushalteinkommen €90.000 plus €15.000 pro Kind unter 18 Jahren nicht übersteigt und es muss die einizge Wohnimmobilie sein, die man besitzt.

Aufpassen!!: 

  • Anstragsteller erhalten das volle Baukinder­geld auch für ein Kind, das am Tag nach Antrag­stellung 18 Jahre alt wird.
  • Antragsteller erhalten kein Baukinder­geld für Kinder, die nach der Antrag­stellung erst geboren werden.

Was wird gezahlt?: 12.000 Euro Zuschuss pro Kind (10 Jahre lang je 1.200 Euro). Die Anzahl der Kinder ist NICHT beschränkt. Das Geld wird während 10 Jahren jährlich direkt auf das Konto überwiesen. Allerdings sind die Gesamtmittel, die für das Baukindergeld zur Verfügung stehen beschränkt. Das heisst wenn die Mittel erschöpft sind, kann ein Antrag auch vor offiziellem Ablauf des Förderprogramms abegelehnt werden.

Alle Informationen inkl. Online Antrag gibt es hier: https://www.kfw.de/baukindergeld

 

Was regelt und wie funktioniert die Mietpreisbremse? - 10. September 2018

In den vergangenen Jahren ist das Mietniveau in Deutschland rasant gestiegen. Die verschärfte Mietpreisbremse soll diese Entwicklung nun weiter verlangsamen.

So funktioniert die Mietpreisbremse: Bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ob der Wohnungsmarkt als angespannt gilt, entscheiden die einzelnen Bundesländer. Wie hoch die Vergleichsmiete ist, kann dem einfachen oder qualifizierten Mietspiegel vor Ort entnommen werden. 

Finden Sie hier die Mietspiegel für Wiesbaden, Taunusstein und Idstein: Aktuelle Mietspiegel Wiesbaden, Taunusstein und Idstein

Gibt es Ausnahmen?

Die Mietpreisbremse gilt bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen, nicht jedoch bei Neubauten. Die Miete für eine neu errichtete Wohnung kann der Eigentümer ohne Beschränkung festlegen. Hintergrund der Ausnahme: Investoren sollen durch die Mietpreisbremse nicht gehemmt werden, neuen Wohnraum zu schaffen.

Ähnliches gilt bei Modernisierungsmaßnahmen. Die Mietpreisbremse soll Vermieter nicht davon abhalten, bestehende Wohnungen zu modernisieren. Damit sich die Kosten rechnen, ist die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung von der Mietpreisbremse ausgenommen.

Liegt die Miete bereits oberhalb der Preisdeckelung, kann sich der Vermieter zudem auf den Bestandschutz berufen. Vermieter dürfen eine zulässig vereinbarte Miete bei Wiedervermietung also auch weiterhin verlangen.

Definition von "Neubau" und "umfassende Modernisierung"

Als Neubau gelten Wohnungen und Wohnhäuser, die erstmals nach dem 1. Oktober 2014 genutzt und vermietet werden. Eine Modernisierung ist dann umfassend, wenn die Kosten mindestens einem Drittel dessen entsprechen, was ein Neubau gekostet hätte und die modernisierte Wohnung mit einer Neubauwohnung vergleichbar ist.

Auch Modernisierungen, die nicht umfassend sind, können beim Mietpreis berücksichtigt werden und eine Miete oberhalb der Preisdeckelung rechtfertigen. Es gelten dieselben Regeln wie bei einem bestehenden Mietverhältnis (§ 559 Abs. 1 bis 3 BGB).

Was ändert sich aktuell?

Konkret sollen Vermieter künftig unaufgefordert und schriftlich offenlegen müssen, wie viel Miete vom Vormieter verlangt wurde. Maßgeblich ist die Miete, die ein Jahr vor Beendigung des vorangegangenen Mietverhältnisses verlangt wurde. Die Regelung gilt nur in den Fällen, in denen der Vermieter eine Miete verlangt, die mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt.

Der Vermieter muss über diesen Umstand vor Vertragsabschluss informieren, die Vormiete entsprechend offenlegen und angeben, von welcher gesetzlichen Ausnahmeregel er dabei Gebrauch macht. Tut er das nicht, kann er sich hinterher nicht mehr darauf berufen. In diesem Fall kann der Mieter die unzulässig hohe Miete formlos rügen. Bisher mussten Mieter noch sehr detailliert begründen, wo die Rechtsverletzung des Vermieters liegt. In Zukunft soll es genügen, ein Schreiben mit dem Satz "Ich rüge die Verletzung der Mietpreisbremse" an den Vermieter zu senden.

Mietpreisbremse: In welchen Städten und Regionen gilt sie?

Die Mietpreisbremse gilt in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Ob der Wohnungsmarkt angespannt ist, legen die einzelnen Bundesländer fest. Hierzu bewerten sie die Region anhand von vier Indikatoren: Bevölkerungswachstum, Leerstandsquote, Mietentwicklung und Mietbelastung. Bisher machten zwölf Bundesländer Gebrauch von der Mietpreisbremse. Wo die Mietpreisbremse gilt:

  • Hessen, u.a. in folgenden Kommunen: Bad Homburg vor der Höhe (außer Ober-Erlenbach), Darmstadt (außer Arheilgen, Eberstadt und Kranichstein), Dreieich, Frankfurt am Main (außer Berkersheim, Eckenheim, Harheim und Unterliederbach), Griesheim, Hattersheim am Main, Kassel (außer Wolfsanger/Hasenecke), Offenbach am Main, Schwalbach am Taunus, Wiesbaden (außer Igstadt, Medenbach und Naurod)
  • Rheinland-Pfalz: Mainz, Trier und Landau

Eine Mietpreisbremse für Wiesbadener Wohnungsgesellschaften wird es vorerst nicht geben. Der entsprechende Vorschlag der SPD wurde bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung abgelehnt (10. September 2018).

 

Maklercourtage beim Verkauf - 14. August 2018

Zunächst mal an alle. Es ist nach wie vor so, dass es völlig der Vertragsfreiheit unterliegt wer den Makler bezahlt bei Immobilienverkauf. Ich persönlich mag die Lösung, dass Käufer und Verkäufer sich die Courtage teilen. Ausserdem wende ich bereits eine Staffelung der Courtage je nach Höhe des Verkaufspreises an. Je höher der Preis, desto niedriger die Courtage in %. Bei der Miete kann ich die gesetzliche Regelung noch einigermaßen nachvollziehen, weil der Mieter grundsätzlich schutzwürdig ist. Aber ist das der Käufer auch?

Die Idee der Bundesjustizministerin, das gesetzlich zu regeln, ist eher populistisch als wirksam. Hauptsache mal den Maklern einen reinwürgen, ob das die gewünschte Wirkung erzielt oder nicht ist dann Nebensache. Außerdem ist dann ja auch mehr Spielraum, die Grunderwerbssteuer weiter zu erhöhen. Die Länder werden diesen Spielraum ohne Zweifel ausnutzen.

Das Bestellerprinzip hat bei der Miete in Ballungsräumen den Effekt, dass die Mieten noch stärker gestiegen sind. Zum einen, weil die Vermieter bei der Miethöhe noch schamloser sind nach dem Motto "Versuchen kann man es ja mal, einen Dummen gibt es immer" (ist so, aber das dauert dann auch mal gerne drei Monate bis man den gefunden hat), zum anderen, weil die Vermieter von der gesparten Courtage auch gerne was abhaben möchten.

Genau das Gleiche würde beim Kauf passieren. Entweder die Verkäufer holen sich das Geld für den Makler über einen höheren Preis beim Käufer zurück oder sie verkaufen ohne Makler und machen trotzdem nen höheren Preis. Warum auch nicht, das machen die zahlreichen Privatverkäufer ja heute schon so. Das heisst die Vergleichspreise werden noch mehr steigen und das hat dann seine eigene Dynamik, weil jeder immer nochmal nen Zacken drauf packt.

Meines Erachtens sind die Makler diejenigen, die die Verkäufer mit ihren Preisvorstellungen noch einigermaßen auf dem Teppich halten. Ohne dieses Korrektiv und eine anständige und nachvollziehbare Immobilienbewertung werden die Preise weiter anziehen.

Wäre es nicht viel vernünftiger, einen Makler beim Immobilienverkauf zur Pflicht zu machen mit einem offiziellen Wertgutachten für das der Makler auch gerade stehen muss und das der Käufer auch einsehen kann? Auch das gibt es in anderen Ländern bereits und funktioniert prima. Klar kann man dann auch über die Höhe der Courtage reden und wer sie bezahlt. Auch eine stärkere Professionalisierung des Maklerberufs wäre wünschenswert mit höheren Berufseintrittshürden. Aber auf diese Weise, Frau Barley, überlässt man das Feld endgültig den Amateuren.